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Internationale Social Work & Society-Tagung
12 - 14 Oktober 2006, Bielefeld / NRW

 

Warum Soziale Arbeit?

Gesellschaftliche Perspektiven öffentlicher Wohlfahrt

Internationale Bielefelder Fachtagung vom 12. - 14. Oktober 2006

Soziale Arbeit ist seit dem 19. Jahrhundert als Teil des wohlfahrtstaatlichen Arrangements entwickelt worden. Kollektive Sicherung ist für den Sozialstaat konstitutiv, sozialpädagogische Unterstützung soll im Fall von Notlagen gewährleistet sein.

Seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts gerät das wohlfahrtsstaatliche Arrangement allerdings zunehmend ins Schwanken. Sozial-staatliche Einwände von rechts wie links ziehen die generelle Notwendigkeit wohlfahrtsstaatlicher Leistungen in Zweifel und lassen die tradierten wohlfahrtsstaatlichen Vereinbarungen brüchig werden.

Einerseits skandalisieren soziale Bewegungen und Staatskritiker die normierende Funktion Sozialer Arbeit und ihre Rolle als ›verlängerter Arm des Staates‹. Soziale Arbeit müsse sich daher wieder eines politischen Mandats bemächtigen. Andererseits bezweifeln neo-liberale Denker die Planbarkeit sozialer Zusammenhänge und lehnen die wohlfahrtsstaatlichen Sicherungsstrukturen als ineffektiv und illiberal ab. Strukturelle Probleme markierten in Wahrheit individuelle Defizite, die nur durch mehr Selbstverantwortung und Leistungsbereitschaft kompensiert werden könnten.

Nutzer formulieren ihre Erwartungen an vielen Stellen deutlicher als zuvor. Darauf versucht die Soziale Arbeit mit wirkungsanalytischen Neujustierungen und verschiedenen Qualitäts- und Effizienzoffensiven zu reagieren. In dem entstandenen Quasimarkt öffentlicher Wohlfahrt sieht sie sich außerdem einer wachsenden Konkurrenz neuer Berufsgruppen um das soziale Präventionsgeschäft ausgesetzt.

Wenn einflussreiche Gruppen die Notwendigkeit öffentlicher Wohlfahrt derart in Frage stellen, wie dies aktuell geschieht, gerät das bisherige, wohlfahrtsstaatlich geprägte Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit in die Gefahr, seine gesellschaftliche Rückbindung zu verlieren. Für die Soziale Arbeit scheint es somit um nicht weniger als die Frage ihrer politischen Legitimation zu gehen:

Warum also (noch) Soziale Arbeit?

Im Mittelpunkt der Internationalen Bielefelder Social Work & Society Konferenz steht die Entwicklung professioneller Perspektiven, um die Gestaltung des Sozialen an die Notwendigkeiten alltäglicher Lebensführung rück zu binden.


Programm

 

 

Donnerstag, 12. Oktober 2006

13.00 Eröffnung
Staatssekretärin, Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
Rektor, Universität Bielefeld
Dekan der Fakultät für Pädagogik

Einführungsvortrag
Neil Gilbert (Berkeley)

Eröffnungspodium
Hakan Johannson (Växjö)
Thomas Olk (Halle)
Greg Marston (Queensland)

Nachmittagspodium
Susanne Maurer (Marburg)
Walter Lorenz (Bolzano)
Stephen Webb (Sussex)

Abenddiskussion
Björn Halleröd (Umeå)
Michael Winkler (Jena)
Chris Grover (Lancaster)

   
  Freitag, 13. Oktober 2006

9.30 Uhr Einführungsvortrag
Lena Dominelli (Durham)

Eröffnungspodium
Micha Brumlik (Frankfurt a.M.)
Harry Kunneman (Utrecht)
Mark Olssen (Surrey)

Workshops
I: Gisela Notz (Bonn)
II: Norbert Cyrus (Oldenburg)
III: Jørgen Elm Larsen (Copenhagen)
IV: Brid Featherstone (Bradford)

Nachmittagspodium
Roberta Iversen (Philadelphia)
Irene Somm (Frankfurt a.M.)
Karin Jurczyk (München)

Abendvortrag
Bill Jordan (Plymouth)

   
  Samstag, 14. Oktober 2006

9.30 Uhr Einführungsvortrag
Mimi Abramovitz (New York)

Abschlusspodium
Darja Zavirsek (Ljubljani)
Hans Thiersch (Tübingen)
Michael Reisch (Ann Arbor)
Annamaria Campanini (Calabria)

13.30 Uhr Ende der Tagung

 


ReferentInnen

 

Mimi Abramovitz (New York), Micha Brumlik (Frankfurt a.M.), Annamaria Campanini (Calabria), Norbert Cyrus (Oldenburg), Lena Dominelli (Durham), Brid Featherstone (Bradford), Neil Gilbert (Berkeley), Chris Grover (Lancaster), Björn Halleröd (Umeå), Roberta Iversen (Philadelphia), Hakan Johansson (Växjö), Bill Jordan (Plymouth), Karin Jurczyk (München), Harry Kunneman (Utrecht), Jørgen Elm Larsen (Copenhagen), Walter Lorenz (Bolzano), Greg Marston (Queensland), Susanne Maurer (Marburg), Gisela Notz (Bonn), Thomas Olk (Halle), Mark Olssen (Surrey), Michael Reisch (Ann Arbor), Irene Somm (Frankfurt a.M.), Hans Thiersch (Tübingen), Stephen Webb (Sussex), Michael Winkler (Jena), Darja Zavirsek (Ljubljana) u.a.


Anmeldung

 

Kontakt (Yvette Lietzau):
BielefeldConference2006@uni-bielefeld.de

Leider sind Anmeldungen nicht mehr möglich.

Veranstaltungsort: Ringlockschuppen, Stadtheider Str. 11, 33609 Bielefeld

Die Teilnahmegebühr für »Why Social Work« beträgt 50€. Darin sind Konferenzunterlagen und Mahlzeiten enthalten (inklusive der Abendveranstaltung am ersten Konferenztag). Die ermäßigte Tagungsgebühr beträgt 30€ (für Sudierende und Bezieher eines Transfereinkommens).

Bei einem Rücktritt von der Konferenzteilnahme kann der Konferenzbeitrag aus organisatorischen Gründen nur bis zum 30.09.06 erstattet werden.

Alle Tagungsbeiträge werden simultan vom Englischen ins Deutsche (und vom Deutschen ins Englische) übersetzt!


Downloads

Programm
Anfahrtsbeschreibung (Hauptbahnhof - Tagungsort)

 



gefördert vom

Ministerium für Generationen, Familie, Frauen
und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen




Veranstalter


Social Work & Society -
Online-Journal for Social Work & Social Policy


Universität Bielefeld
Fakultät für Pädagogik
AG 8: Sozialarbeit / Sozialpädagogik